Wir rufen Sie gerne zurück!
Warum soll ich ins Internet?
Diese Frage lässt sich mit einem Original-Auszug aus dem Vorwort des Prospekts von Manufactum aus dem Jahr 1996 am besten beantworten. Das Vorwort verbunden mit der schönen Schilderung eines Mitarbeiters zeigt die damalige Sicht und Skepsis zum Internet recht deutlich und beweist auf unnachahmliche Art und Weise, wie wichtig ein eigener Auftritt im Internet heute ist.
Heute ist Manufactum unter den Top-Domains DE, AT, CH, COM und sogar CO.UK vertreten und hat eine unserer Meinung nach sehr schöne und gelungene Webpräsenz.
Unser Angebot im Internet?
Manufactum-Online? Nur halb.
Seit etwa einem Jahr kommen uns fast täglich Briefe von Werbeagenturen und Systemberatern auf den Tisch, die sich erbötig machen, unserem Katalog den Weg ins Internet zu ebnen. Sie schildern die Vorteile einer solchen Investition in die multimediale Zukunft in den glühendsten Farben, versäumen jedoch selten, mit drohendem Unterton darauf hinzuweisen, dass, wer zu spät komme, vom Leben Strafe zu erwarten habe - eine Weisheit, die bekanntlich vom letzten Generalsekretär der KPDSU in die Welt gesetzt wurde, große Karriere aber erst bei den Innovationsdynamikern des Westens machte, und dies wahrscheinlich deshalb, weil sie aufs Schönste den 'Geist des Windhundrennens' wiedergibt, in den das 'Ewig strebende Bemühen' ernsthafterer Zeiten sich inzwischen ja verwandelt hat.
Also: Den Katalog bringen wir nicht ins Internet, aber um dem Vorwurf zu entgehen, wir seien der Zukunft nicht in gebührendem Masse zugewandt, haben wir uns für alle Brief- und Faxverächter elektronisch erreichbar gemacht unter dem üblich kryptischen Kürzel info@manufactum2.re.****.de.(E-Mail von uns teilweise unkenntlich gemacht)
Wir leeren diesen elektronischen Briefkasten täglich - und versprechen auch, dies nicht mit spitzen Fingern zu tun.
Das Internet.
Wenn einer eine Reise tut...
...dann kann er was erzählen, vor allem, wenn die Exkursion ins Internet führte. Der Verfasser weilte vor kurzem testweise dort, um auf solch elaboriertem Weg eine Zugverbindung von Kiel nach Recklinghausen zu ermitteln. Mittels eines 'Browsers' ließ er die erreichbaren 'web-sites' nach Einträgen mit dem Stichwort 'Fahrplan' durchsuchen. Nachdem er eines aus einer schier unüberblickbaren Vielzahl von Angeboten ausgewählt hatte, kam ihm das deutsche Streckennetz merkwürdig fremd vor - bis er bemerkte, dass ihm auf dem Bildschirm statt des Fahrplans der Deutschen Bahn AG derjenige einer Tansanischen Busgesellschaft dargeboten wurde. Von den schließlich doch noch entdeckten Servern mit den deutschen Bahn-Fahrplänen meldete das Netz zwei Stunden lang, sie seien gerade 'down', würden aber bald wieder 'up' sein.
Wer sich solche Wartezeit mit Erkundigungen darüber verkürzen will, ob die 'scientific community' in ihrem Bemühen um die Erkenntnis dessen, was die Welt im Innersten zusammenhält, (oder in irgendeiner anderen Frage) Fortschritte erzielt habe, wird reich belohnt: Das 'Netz der Netze' schüttet ein Füllhorn an Artikeln und Artikelchen über ihn aus, aus denen man aber vor allem die Erkenntnis mitnimmt, wie segensreich und unentbehrlich doch das Wirken der Redaktionen wissenschaftlicher Zeitschriften ist, die sich der Mühe unterziehen, bei den eingegangenen Manuskripten die Spreu vom Weizen abzusondern.
Einem hartnäckigen Gerücht zufolge soll im 'World Wide Web' zu bestimmten Zeiten das Erlebnis locken, echt online dabei zu sein, wenn in Südamerika eine Kaffeemaschine echt online Kaffee kocht. Dem beizuwohnen blieb dem Verfasser versagt: Er kannte die Adresse nicht, und kein 'Browser' konnte sie ermitteln.
Dafür gelangte er, ohne recht zu wissen wie, in ein 'Forum', in dem ehrgeizige Jünglinge sich gegenseitig verrieten, mithilfe welcher Tricks sie unter Umgehung der Spielregeln möglichst anstrengungs- und ermüdungsfrei in das '7. Level' eines Computerspiels namens 'Command and Conquer' und damit zur Weltherrschaft gelangen könnten.
Von dem abschließenden Besuch zweier 'Chatrooms', also jener Orte im Internet, in denen die Kunst der gesellschaftlichen Konversation bzw. die demokratische Tugend des herrschaftsfreien Diskurses unter hauptsächlicher Verwendung der Vokabeln 'Hi, smile, grins' gepflegt wird, nur soviel: Das maximale Maß an Flach- und Schwachsinn, das eine 'kommunizierende' Menschengruppe zu produzieren in der Lage ist, wird seit Internetzeiten nicht mehr an Stammtischen erreicht, deren Besatzung die 10. Runde intus hat.
Und überhaupt erscheint einem die wirkliche Welt in einem sehr viel milderen Licht, wenn man aus dem Internet in sie zurückkehrt - was ja allein eine hinreichende Rechtfertigung für die Existenz dieser Einrichtung ist.
Der Verfasser hatte es mit seinem Besuchstermin übrigens noch gut getroffen, denn tags darauf verbreitete die nordrheinwestfälische Landesregierung die Schreckensbotschaft, dass mit tätiger kultusministerieller Unterstützung nun auch einige Gesamtschulen des Landes einen Netzzugang erlangt hätten und diesen dazu nutzen würden, der Welt ihre Schülerzeitschriften zugänglich zu machen (was die Welt natürlich als die längst überfällige Behebung eines tief empfundenen Mangels dankbar begrüßen wird).
Es ist offenbar eine Weltformel, dass alles was mehr wird, gleichzeitig auch schlechter wird, und dieses eherne Gesetz hat sich in letzter Zeit ja auch an so unterschiedlichen Dingen wie Brathähnchen, Fernsehprogrammen und Räucherlachs erfüllt, die sich zwar allesamt in eine beängstigenden Vielzahl vermehrt haben, doch dabei völlig ungenießbar wurden.
Die Wirtschaftswissenschaften erörtern dieses Phänomen unter dem Begriff der 'Inflation'. Und es scheint so, dass dieser Prozess längst auch die namensgebende Substanz der 'lnformationsgesellschaft' ergriffen hat.
Aber das ist schon vor längerer Zeit erkannt worden, und man kann T.S. Eliots Frage: 'Where is the wisdom we lost in knowledge, and where is the knowledge we lost in information?' ganz leicht auf den aktuellen Stand bringen durch den Zusatz: 'And where is the information we lost in communication?'
Wörtlich nachzulesen im Vorwort zum Manufactum-Katalog von 1996.
Heute ist Manufactum unter den Top-Domains DE, AT, CH, COM und sogar CO.UK vertreten und hat eine unserer Meinung nach sehr schöne und gelungene Webpräsenz.
Unser Angebot im Internet?
Manufactum-Online? Nur halb.
Seit etwa einem Jahr kommen uns fast täglich Briefe von Werbeagenturen und Systemberatern auf den Tisch, die sich erbötig machen, unserem Katalog den Weg ins Internet zu ebnen. Sie schildern die Vorteile einer solchen Investition in die multimediale Zukunft in den glühendsten Farben, versäumen jedoch selten, mit drohendem Unterton darauf hinzuweisen, dass, wer zu spät komme, vom Leben Strafe zu erwarten habe - eine Weisheit, die bekanntlich vom letzten Generalsekretär der KPDSU in die Welt gesetzt wurde, große Karriere aber erst bei den Innovationsdynamikern des Westens machte, und dies wahrscheinlich deshalb, weil sie aufs Schönste den 'Geist des Windhundrennens' wiedergibt, in den das 'Ewig strebende Bemühen' ernsthafterer Zeiten sich inzwischen ja verwandelt hat.
Also: Den Katalog bringen wir nicht ins Internet, aber um dem Vorwurf zu entgehen, wir seien der Zukunft nicht in gebührendem Masse zugewandt, haben wir uns für alle Brief- und Faxverächter elektronisch erreichbar gemacht unter dem üblich kryptischen Kürzel info@manufactum2.re.****.de.(E-Mail von uns teilweise unkenntlich gemacht)
Wir leeren diesen elektronischen Briefkasten täglich - und versprechen auch, dies nicht mit spitzen Fingern zu tun.
Das Internet.
Wenn einer eine Reise tut...
...dann kann er was erzählen, vor allem, wenn die Exkursion ins Internet führte. Der Verfasser weilte vor kurzem testweise dort, um auf solch elaboriertem Weg eine Zugverbindung von Kiel nach Recklinghausen zu ermitteln. Mittels eines 'Browsers' ließ er die erreichbaren 'web-sites' nach Einträgen mit dem Stichwort 'Fahrplan' durchsuchen. Nachdem er eines aus einer schier unüberblickbaren Vielzahl von Angeboten ausgewählt hatte, kam ihm das deutsche Streckennetz merkwürdig fremd vor - bis er bemerkte, dass ihm auf dem Bildschirm statt des Fahrplans der Deutschen Bahn AG derjenige einer Tansanischen Busgesellschaft dargeboten wurde. Von den schließlich doch noch entdeckten Servern mit den deutschen Bahn-Fahrplänen meldete das Netz zwei Stunden lang, sie seien gerade 'down', würden aber bald wieder 'up' sein.
Wer sich solche Wartezeit mit Erkundigungen darüber verkürzen will, ob die 'scientific community' in ihrem Bemühen um die Erkenntnis dessen, was die Welt im Innersten zusammenhält, (oder in irgendeiner anderen Frage) Fortschritte erzielt habe, wird reich belohnt: Das 'Netz der Netze' schüttet ein Füllhorn an Artikeln und Artikelchen über ihn aus, aus denen man aber vor allem die Erkenntnis mitnimmt, wie segensreich und unentbehrlich doch das Wirken der Redaktionen wissenschaftlicher Zeitschriften ist, die sich der Mühe unterziehen, bei den eingegangenen Manuskripten die Spreu vom Weizen abzusondern.
Einem hartnäckigen Gerücht zufolge soll im 'World Wide Web' zu bestimmten Zeiten das Erlebnis locken, echt online dabei zu sein, wenn in Südamerika eine Kaffeemaschine echt online Kaffee kocht. Dem beizuwohnen blieb dem Verfasser versagt: Er kannte die Adresse nicht, und kein 'Browser' konnte sie ermitteln.
Dafür gelangte er, ohne recht zu wissen wie, in ein 'Forum', in dem ehrgeizige Jünglinge sich gegenseitig verrieten, mithilfe welcher Tricks sie unter Umgehung der Spielregeln möglichst anstrengungs- und ermüdungsfrei in das '7. Level' eines Computerspiels namens 'Command and Conquer' und damit zur Weltherrschaft gelangen könnten.
Von dem abschließenden Besuch zweier 'Chatrooms', also jener Orte im Internet, in denen die Kunst der gesellschaftlichen Konversation bzw. die demokratische Tugend des herrschaftsfreien Diskurses unter hauptsächlicher Verwendung der Vokabeln 'Hi, smile, grins' gepflegt wird, nur soviel: Das maximale Maß an Flach- und Schwachsinn, das eine 'kommunizierende' Menschengruppe zu produzieren in der Lage ist, wird seit Internetzeiten nicht mehr an Stammtischen erreicht, deren Besatzung die 10. Runde intus hat.
Und überhaupt erscheint einem die wirkliche Welt in einem sehr viel milderen Licht, wenn man aus dem Internet in sie zurückkehrt - was ja allein eine hinreichende Rechtfertigung für die Existenz dieser Einrichtung ist.
Der Verfasser hatte es mit seinem Besuchstermin übrigens noch gut getroffen, denn tags darauf verbreitete die nordrheinwestfälische Landesregierung die Schreckensbotschaft, dass mit tätiger kultusministerieller Unterstützung nun auch einige Gesamtschulen des Landes einen Netzzugang erlangt hätten und diesen dazu nutzen würden, der Welt ihre Schülerzeitschriften zugänglich zu machen (was die Welt natürlich als die längst überfällige Behebung eines tief empfundenen Mangels dankbar begrüßen wird).
Es ist offenbar eine Weltformel, dass alles was mehr wird, gleichzeitig auch schlechter wird, und dieses eherne Gesetz hat sich in letzter Zeit ja auch an so unterschiedlichen Dingen wie Brathähnchen, Fernsehprogrammen und Räucherlachs erfüllt, die sich zwar allesamt in eine beängstigenden Vielzahl vermehrt haben, doch dabei völlig ungenießbar wurden.
Die Wirtschaftswissenschaften erörtern dieses Phänomen unter dem Begriff der 'Inflation'. Und es scheint so, dass dieser Prozess längst auch die namensgebende Substanz der 'lnformationsgesellschaft' ergriffen hat.
Aber das ist schon vor längerer Zeit erkannt worden, und man kann T.S. Eliots Frage: 'Where is the wisdom we lost in knowledge, and where is the knowledge we lost in information?' ganz leicht auf den aktuellen Stand bringen durch den Zusatz: 'And where is the information we lost in communication?'
Wörtlich nachzulesen im Vorwort zum Manufactum-Katalog von 1996.





